23.06.2010
Stadtentwicklung

Anfrage: Planung zum Petersberg

Dr. Alexander Thumfart fragt:

in den letzten Jahren hat sich auf dem Erfurter Petersberg viel getan. Trotzdem bleibt die Sanierung und zukünftige Nutzung des Gebäudes der ehemaligen Defensionskaserne weiterhin ungeklärt. Ich frage deshalb die Stadtverwaltung:

1. Wieviel ist durch die Stadt seit der Wende in die Sanierung der Festungsanlage Petersberg investiert worden (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln mit Angabe der finanzierten Maßnahmen)?

2. Wie hoch schätzt die Stadtverwaltung den Investitionsbedarf für die Sanierung des Gebäudes der ehemaligen Defensionskaserne ein?

3. Welche Entwicklungspläne hat die Stadt für die zukünftige Nutzung von Petersberg und speziell für das Gebäude der ehemaligen Defensionskaserne?

Antwort der Stadtverwaltung

Zu Frage 1: Wieviel ist durch die Stadt seit der Wende in die Sanierung der Festungsanlage Petersberg investiert worden?

In der Anlage 1 sind die finanziellen Aufwendungen der Stadtverwaltung Erfurt nach Jahresscheiben, von 1991 bis 2009, dargestellt. Aus dem Verwaltungshaushalt wurden jährlich für Reparatur- und Wartungsarbeiten 95.000,00 EUR bereitgestellt. Aus dem Vermögenshaushalt wurden in sechs Jahresscheiben ebenfalls Mittel zur Verfügung gestellt. Neben städtischen Mitteln sind in der Vergangenheit für einzelne Baumaßnahmen erhebliche Fördergelder aus dem Bereich des Landesamtes für Denkmalschutz und aus dem Bereich der Städtebauförderung zur Verfügung gestellt wurden. Des Weiteren hat das Arbeitsamt durch eine Vielzahl von AB-Maßnahmen den Aufbau und die Pflege des Petersberges in besonderer Weise unterstützt.

Zu Frage 2: Wie hoch schätzt die Stadtverwaltung den Investitionsbedarf für die Sanierung des Gebäudes der ehemaligen Defensionskaserne ein?

Die Defensionskaserne befindet sich nicht im Eigentum der Stadt Erfurt. Der Investitionsbedarf für die Sanierung der Defensionskaserne kann derzeit nicht genau beziffert werden, weil er abhängig ist von der Nutzungsintensität und dem daraus sich ergebenden Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwand. So sind bei einer eher extensiven Nutzung, wie Lager oder Depot, wesentlich geringere Baukosten zu veranschlagen als bei einer intensiven Hotel- oder Büronutzung. Letztere würde voraussichtlich auch umfangreiche Investitionen in die öffentlichen Ver- und Entsorgungsanlagen erfordern.

Zu Frage 3: Welche Entwicklungspläne hat die Stadt für die zukünftige Nutzung von Petersberg und speziell für das Gebäude der ehemaligen Defensionskaserne?

Die Entwicklungspläne für die ehemalige Zitadelle sind im Rahmenplan Petersberg festgelegt. So müssen alle Nutzungen und Funktionen auf dem Petersbergplateau dem vorrangig öffentlichen Charakter des Petersberges gerecht werden. Dies umfasst neben kulturellen, touristischen, administrativen und gastronomischen Nutzungen, deren Bedeutung in unterschiedlicher Wichtung über die Stadt bzw. die Region hinausgehen, auch und gerade die wichtige Funktion des Petersberges für Erholung und Freizeit (Quelle: Rahmenplan Petersberg Kap. 4.3 Übergeordnete Leitbilder). Für die zukünftige Nutzung der Defensionskaserne gibt es gemäß Rahmenplan ein breites Spektrum. Allerdings schränken die vorhandenen baulichen Gegebenheiten die Nutzungsvielfalt ein. So ist die Belichtungssituation bei einer Gebäudetiefe von 19m und nutzungsbedingt geringen Fensteröffnungen (Schießscharten) auf der Nordseite, die auf Grund des Denkmalstatus nicht vergrößert werden können, sehr schwierig. Die Außenwände sind bis zu 3,5m stark. Die 3 Treppenhäuser weisen aus brandschutztechnischer Sicht für intensive Nutzungen zu große Abstände auf. Grundsätzlich sollte die Nutzung der Defensionskaserne nach Möglichkeit einen öffentlichen Charakter aufweisen, nicht intensiv geprägt sein, einen geringen Stellplatzbedarf erfordern, den Ort und die Nähe der Peterskirche beachten sowie der strengen Gebäudestruktur entgegen- kommen und diese dauerhaft erhalten. Beispielhaft seien hier die Nutzung als Jugendhotel, Jugendbegegnungsstätte, Archiv oder auch als Schaudepot genannt.

Anlage 1

 

 

 
 
 
 
 

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