Gemeinsame Erklärung der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen und der Other Music Academy e.V. / Yiddish Summer Weimar

Die Thüringer CDU- Politiker um Herrn Heym  tätigten mit ihrem Appell bewusst oder unbewusst einen Anschlag auf die Zukunft der Demokratie. Schmerzlich einige Tage nach  Halle. Diese Gruppe von CDU-Politikern schließt sich dem Geist von Herrn Ministerpräsident Söder an, der nicht die AfD sondern die Grünen als seine Gegner sieht. Wenn solche CDU/CSU-Politiker ihren Einluss weiter vergrößern, ist es nicht weit zum Schulterschluss mit den radikalen Nationalisten Europas.  Wir betrachten den Versuch, die AfD mit deren führenden Repräsentanten salonfähig zu machen als gefährliche Geschichtsvergessenheit. Wer den Zivilisationsbruch 1933 -1945 wie Herr Höcke und Herr Dr. Gauland relativiert Aussagen wie z.B. Notwendigkeit einer  „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“  oder NS-Zeit als „Vogelschiss in der Geschichte“ , verhöhnt nicht nur Millionen Opfer, sondern verstärkt den Nährboden für erneute rechtsextremistische Verbrechen. Wer darf das ignorieren?

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Schramm

Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Schramm
Vorstandsvorsitzender
Jüdische Landesgemeinde Thüringen K.d.ö.R.
Max-Cars-Platz 1
99084 Erfurt
Die Other Music Academy e.V. als Veranstalterin des Yiddish Summer Weimar, vertreten durch den Vorstand Dr. Alan Bern, Katrin Füllsack und Andreas Schmitges sowie die Jüdische Landesgemeinde Thüringen, vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Prof. Dr. Reinhard Schramm, erklären: 
Die Medienberichte über den Aufruf diverser Thüringer CDU Politiker und Politikerinnen zu ergebnisoffenen Gesprächen mit der AfD bezüglich der Bildung einer Landesregierung schockieren uns. 
Wie soll sich jüdisches Leben und  jüdische Kultur in Thüringen entwickeln, wenn die AfD – sei es direkt oder indirekt, in einer Koalition oder duldend – Teil einer Landesregierung ist? 
Vielfalt, kulturelle Pluralität, Toleranz, Offenheit und internationale Zusammenarbeit, Schutz und Förderung kultureller und religiöser Minderheiten sind die Leitmotive unserer Arbeit. Sie stehen damit diametral den nationalistischen und rassistischen Forderungen der AfD gegenüber. 
Wir appellieren an die CDU Thüringen, einen solchen Tabubruch nicht zu begehen und den guten, weltweiten Ruf Thüringens als Heimat jüdischen Lebens und kreativer, impulsgebender jüdischer und jiddischer Kultur nicht aufs Spiel zu setzen. 

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