Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir, die Vorsitzenden der Kreiselternvertretung Erfurt, des Erfurter Schülerparlaments und des
Jugendhilfeausschusses Erfurt sowie des Ausschusses für Bildung und Schulsport wenden uns mit
großer Sorge an Sie bezüglich der geplanten Novellierung der Thüringer Schulordnung durch das
Thüringer Bildungsministerium.
Wir bitten Sie eindringlich, Ihren Einfluss geltend zu machen, damit
diese Änderungen überdacht und zurückgenommen werden, sich diesem Brief anzuschließen und an
den Thüringer Bildungsminister zu wenden.
Die Botschaft: Wir stehen zu unseren Erfurter Gemeinschaftsschulen und kämpfen für die Lernkonzepte unserer Bildungsorte!
Die vorgeschlagenen Änderungen drohen die Thüringer Gemeinschaftsschulen erheblich zu
benachteiligen und ihre innovativen Lernkonzepte zu untergraben.
Diese Schulen sind das Ergebnis jahrelanger Entwicklung und bilden einen wesentlichen Bestandteil
unserer vielfältigen Bildungslandschaft im Freistaat. Die geplante Einführung von Kopfnoten ab der
ersten Klasse sowie Versetzungsentscheidungen bereits ab der sechsten Klasse stehen im Widerspruch
zu den bewährten pädagogischen Konzepten vieler Gemeinschaftsschulen.
In Erfurt haben wir bereits elf Gemeinschaftsschulen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Die
Tatsache, dass die Anmeldezahlen oft die verfügbaren Plätze übersteigen, zeigt deutlich, wie sehr
Eltern diese Schulform wertschätzen.
Zudem plant unsere Stadt den Neubau einer weiteren Gemeinschaftsschule in der Blumenstraße, ein
Projekt, das von allen Fraktionen unterstützt wird und im Stadtrat eine große Mehrheit fand.
Die Thüringer Gemeinschaftsschulen ermöglichen individuelles Lernen ohne den Druck von Noten
und Sitzenbleiben in den unteren Klassenstufen. Diese Flexibilität ist ein Schlüssel zu ihrem Erfolg
und sollte nicht durch eine übereilte Änderung der Schulordnung gefährdet werden.
Wir appellieren an Sie, sich in Ihrer Funktion als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt beim
Thüringer Bildungsminister Christian Tischner dafür einzusetzen:
- Die Novellierung der Thüringer Schulordnung zu überdenken und zurückzunehmen.
- Die Thüringer Gemeinschaftsschulen nicht zu benachteiligen.
- Individuelle Lernkonzepte ohne Noten und Sitzenbleiben weiterhin zu ermöglichen.
- Von der Einführung von Kopfnoten ab Klasse 1 abzusehen.
- Auch die Anpassung der Schulpauschalen in der neuen Verwaltungsvorschrift greift die
Lernkonzepte unserer Gemeinschaftsschulen an.
Die geplanten Änderungen haben bereits zu erheblichem Protest geführt, wie die kürzlich gestartete
Petition „Thüringer Schulfrieden retten“ mit über 10.500 Unterschriften belegt.
Wir dürfen nicht zulassen, dass die neue Schulordnung auf Kosten der Gemeinschaftsschulen verändert
wird und die Axt an gewachsene Schulkonzepte gelegt wird. Sämtliche
Schulentwicklungsentscheidungen sind stets in den Schulkonferenzen beschlossen worden und so soll
es auch in Zukunft bleiben.
Wir bitten Sie, sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer vielfältigen und erfolgreichen
Bildungslandschaft einzusetzen. Schließen Sie sich diesem Brief an den Thüringer Bildungsminister
an!
Mit freundlichen Grüßen
David Maicher, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Schulsport
Daniel Mroß, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses
Vorstand Kreiselternvertretung Erfurt, namentlich Christin Kettner (Vorsitzende), Alexander Weiße (Vorsitzender Kreiselternsprecher für die Gemeinschaftsschulen), Bettina Flügel (stellv. Vorsitzende Kreiselternsprecherin für die Gemeinschaftsschulen)
Vorstand Erfurter Schülerparlament, namentlich Lennart Schuster (Vorsitzender), Marlene Theisel (Referentin für Soziales)





















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