Am gestrigen Donnerstag trafen sich die Vertreter*innen der Oberen Naturschutzbehörde und deren Naturschutzbeirat mit dem für die Durchführung der BUGA verantwortlichen Dezernenten Alexander Hilge sowie Naturschutzverbänden, um sich einen Überblick über das Wäldchen auf dem Petersberg zu verschaffen, durch welches der 2. Bauabschnitt des Bastionskronenpfades führen soll. Ziel war es, zu einer Entscheidung des Naturschutzbeirates zu kommen, ob dieser Teil des Pfades, welcher massive Baumfällungen im geschützte Landschaftsgebiet zur Folge hätte, zu rechtfertigen ist.
Die Mitglieder des Naturschutzbeirates entschieden sich in der anschließenden Abstimmung mehrheitlich dafür, dass der Eingriff nicht zu rechtfertigen ist und lehnten die Maßnahmen der Stadtverwaltung ab. Zwar kann die Obere Naturschutzbehörde ihren eigenen Beirat überstimmen, doch hätte dies weitere Klagen zur Folge, deren Ausgang unklar ist und ein schlechtes Bild auf die Buga im kommenden Jahr werfen würde.
Zur Entscheidung des Naturschutzbeirats äußert sich David Maicher, Mitglied im BUGA-Ausschuss: „Wir begrüßen die Entscheidung des Naturschutzbeirats und fordern die Stadtverwaltung auf, von ihrem Vorhaben, den 2. Abschnitt des Bastionskronenpfads zu bauen, Abstand zu nehmen. Gerade in Zeiten von Dürreperioden wie in diesem Frühjahr und überhitzten Innenstädten ist dieser Wald zu erhalten. Vielmehr gilt es zu überlegen, wie dieses grüne Kleinod in einen besseren, biologischen Zustand versetzt werden kann.“
Des Weiteren steht die Landeshauptstadt infolge der Coronakrise vor enormen finanziellen Herausforderungen, obwohl Bund und Land bereits große Summen im Zuge der Konjunkturprogramme versprochen haben. Das Projekt nur wegen der Fördermittelzusage aufrecht zu erhalten ist unüberlegt, denn das schmälert nicht den zu leistenden Eigenanteil.
„Wenn die Stadt nun Geld sparen muss, dann zuerst bei teuren Prestigeprojekten wie dem Bastionskronenpfad. Schließlich stehen wir vor großen Kraftanstrengungen, damit Kitas und Schulen weiter saniert werden können und auch die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt bestehen bleibt. Wir regen an zu prüfen, ob die Fördermittel aus dem Topf für „lokale Wirtschaftsförderung“ umgewidmet werden können, um sie bspw. den Gastronom*innen zugutekommen zu lassen. Das könnte einen Impuls darstellen, um langfristig wieder hohe Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen“, schließt Maicher.
V.i.S.d.P.: Martin Kosny (0361 655 2030)
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