Vor dem Hintergrund der aktuellen Hitzewelle mahnten wir als Stadtratsfraktion vergangene Woche ein Umdenken in der Erfurter Klimapolitik an. In diesem großen Zusammenhang forderten wir auch den Baustopp des Klimazonenhauses Danakil zur Buga 2021. Am Wochenende war der zu erwartende Aufschrei der anderen Fraktionen in der Tagespresse zu finden. Dabei blieb völlig außer Betracht, dass es neben Danakil um viel größere Herausforderungen geht. Der von Menschen verursachte Klimawandel rückt uns im wahrsten Wortsinne auf den Leib. Ihm müssen wir uns stellen.
Vor diesem Hintergrund äußert sich Ludger Kanngießer, umweltpolitischer Sprecher unserer Fraktion: „Die aktuelle Hitzewelle erinnert uns daran, wie wichtig es für Erfurts Zukunft ist, dass wir unseren Teil zur Eindämmung des Klimawandels leisten und dass wir engagierte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ergreifen. Da geht es doch darum, dass Erfurterinnen und Erfurter auch unter Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels gut in ihrer Stadt leben können und dass das Stadtgrün überlebt. Die hohen Temperaturen und die Dürre drängen uns, Bilanz zu ziehen und die Erkenntnisse zu Klimaschutz und Klimaanpassung endlich in die Tat umzusetzen. Das ist lebens- und überlebenswichtig. Wir werden uns künftig auf mehr Wetterextreme wie Hitzewellen oder Überschwemmungen einstellen müssen.
Zu denken gibt uns, dass der fortschreitende Klimawandel so gelassen hingenommen wird, aber eine Forderung wie Baustopp Danakil so einen Aufschrei verursacht.
Es geht bei Klimaschutz und bei Klimaanpassungsmaßnahmen um existenzielle Fragen, dagegen ist Danakil Luxus. Luxus kann man sich leisten, wenn die Basis zum guten Leben vorhanden ist. Und da klafft trotz aller Bemühungen und einiger Erfolge eine große Lücke. Der Ausstieg aus Danakil könnte ein sichtbares Zeichen einer klimapolitischen Neuorientierung sein.
Wichtiger als um ein Einzelprojekt zu streiten ist uns jedoch, dass Stadtverwaltung und Stadtrat die aktuelle Hitzewelle zum Anlass nehmen, das Bedrohungspotenzial des Klimawandels und die Handlungsmöglichkeiten in den Blick zu nehmen. Wir laden darum alle Fraktionen – unabhängig von der Danakilfrage – ein, deutlich größere Schritte als bisher in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung zu gehen. Der Handlungsmöglichkeiten gibt es viele: Neben der konsequenten Umsetzung des Erfurter Klimaschutzkonzeptes geht es beispielsweise um Flächenentsiegelung und -begrünung. Es geht um Baumerhalt und -pflanzung, die Einrichtung von Fahrradspuren oder das Freihalten von Kaltluftschneisen. Es geht um die Etablierung vielfältiger Grünstrukturen in der Landschaft zur Verzögerung des Wasserabflusses bei Starkregen oder um die Verpachtung von Feldern nach ökologischen Kriterien. Letztlich geht es um präventiven Klimaschutz und Klimaanpassung, damit es sich auch in Zukunft gut in Erfurt leben oder Urlaub machen lässt.“ so Ludger Kanngießer abschließend.
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