Jasper Robeck: Stell Dir vor, Du kannst weder auf dem Markt noch beim Bäcker oder in der Schule etwas bar bezahlen…
Das Bündnis „Nein zur Bezahlkarte“ übergab heute vor dem Erfurter Rathaus dem Integrationsbeauftragten der Stadt, Daniel Stassny, den offenen Brief mit der Überschrift: „Nein zur Bezahlkarte“. Stassny nahm den Brief stellvertretend für den Oberbürgermeister entgegen. Dieser Brief wurde von mehr als 60 Vereinen, Verbänden, Kirchen- und Gewerkschaftsvertretern und Einzelpersonen aus der Erfurter Zivilgesellschaft unterzeichnet, darunter auch Laura Wahl und Jasper Robeck.
Dazu erklärt Jasper Robeck, Stadtrat und Sprecher für Migration: „Der Oberbürgermeister hat bereits im letzten Sommer am Stadtrat vorbei die Einführung der Bezahlkarte für Erfurt beschlossen. Damit unterläuft er das Erfurter Integrationskonzept, gängelt die Betroffenen und macht ihnen das Leben schwerer. Spürbar wird dies beispielsweise, wenn auf dem Wochenmarkt bezahlbares Gemüse mangels Kartenzahlung nicht gekauft werden kann oder Überweisungen von Kita-Essensgebühren oder für Schulausflüge vom Amt extra genehmigt werden müssen.
Statt hier ankommen zu können oder Deutsch zu lernen, gibt es jede Menge Bürokratie. Dabei ist die Wirksamkeit der Bezahlkarte mindestens fraglich. Angeblich sollte diese ja Überweisungen ins Ausland verhindern. Faktisch jedoch erschwert sie den Alltag der Menschen und stigmatisiert sie zusätzlich. Zudem bedeutet die Bezahlkarte einen Mehraufwand für die Stadtverwaltung, die ohnehin unterbesetzt und Dank einer Stellenbesetzungssperre wie gelähmt ist. Wir fordern den Oberbürgermeister auf, aus dem Rahmenvertrag zur Bezahlkarte wieder auszutreten. Außerdem ermutigen wir alle Erfurterinnen und Erfurter, sich an Umtauschaktionen zu beteiligen und Gutscheine zu erwerben, die den Betroffenen in Bargeld ausgezahlt etwas mehr freie Auswahl und Selbstbestimmung ermöglichen.“
Wechselstuben für Gutscheine gibt es in Erfurt unter anderem in der Universaldrogerie in der Webergasse, in Nilo`s Cafe in der Kreuzgasse oder im Schambrowski in der Magdeburger Allee.
V.i.S.d.P.: Astrid Rothe-Beinlich (0361 655 2030)




































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