Ramona Wuttig: Wir brauchen mehr und nicht weniger Schulsozialarbeit
Der Erfurter Stadtrat soll diese Woche über den Antrag der Stadtverwaltung entscheiden, im bis 2027 geltenden Jugendförderplan die Vollfinanzierung der Schulsozialarbeit zu streichen. Hintergrund ist eine neue Förderrichtlinie des Landes, die rückwirkend zum 01.01.2026 in Kraft trat und die nunmehr eine zwingende Beteiligung der Kommunen in Höhe von mdst. 10% der zuwendungsfähigen Ausgaben vorschreibt. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Änderung hat der Jugendhilfeausschuss einstimmig abgelehnt.
„Wir stehen hier voll und ganz hinter der einstimmigen Entscheidung des Jugendhilfeausschusses. Land und Stadt müssen sich fragen lassen, wie ein Träger, der Schulsozialarbeit leistet, dies finanzieren soll, wenn er nicht gleichzeitig sein Angebot kürzt. Schließlich kann und darf dieser in dem Bereich gar nicht gewinnorientiert arbeiten. Und auch die von der Stadt vorgesehenen Mittel sind für Schulsozialarbeit bereits gebunden. Deshalb werden wir auch im Stadtrat die vorgeschlagene Änderung ablehnen“, erklärt David Maicher, Vorsitzender des Bildungsausschusses für die grüne Fraktion.
„Die Landesregierung mit Minister Tischner erweist hier ausgerechnet denen einen Bärendienst, die sich um gute Gelingensbedingungen und Problembearbeitung jenseits der Bewältigung von Schulstoff bemühen. Wer das nicht erkennt, macht sich mitverantwortlich dafür, dass multiple Problemlagen nicht angegangen und bspw. Mobbing oder Machtmissbrauch an Schule eben nicht adäquat begegnet werden kann“, so David Maicher weiter.
„Jede und jeder, der sich mit Schule befasst, weiß, dass es eigentlich mehr und nicht weniger Schulsozialarbeit in unseren Schulen braucht. Wir sind den Trägern, die diese Arbeit in Erfurt momentan leisten, überaus dankbar, wissen aber, dass sie oft an der Belastungsgrenze und darüber hinaus arbeiten. Deshalb wäre die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Änderung ein völlig falsches Signal“, ist die sozialpolitische Sprecherin unserer Fraktion, Ramona Wuttig, überzeugt.
In der Vorlage der Stadtverwaltung heißt es zudem in der Begründung, dass eine Einschätzung hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden kann. „Das ist mindestens unverantwortlich und kann so nicht einfach hingenommen werden. Schließlich sollte klar sein, was eine solche Änderung konkret bedeutet, bevor man sie beschließen lässt,“ unterstreicht Ramona Wuttig.
„Schließlich müsste es insbesondere dem Oberbürgermeister gewusst sein, wie wichtig Schulsozialarbeit ist, ist er doch selbst Vorsitzender des Trägers, der einen Großteil der Schulsozialarbeit für die Stadt übernommen hat“, erklärt David Maicher abschließend.
V.i.S.d.P.: Martin Kosny (0361 655 2030)

























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