Erfurter Grüne wollen Fuß- und Radverkehr in Corona-Zeiten mehr Raum geben

Die Grüne Stadtratsfraktion begrüßt den jüngsten Vorschlag des VCD Erfurt, mit provisorischen Lösungen dem Fuß- und Radverkehr in Corona-Zeiten mehr Raum einzuräumen. Damit ließe sich der Sicherheitsbedarf und die Abstandsregelungen für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen deutlich besser gewährleisten.

Laura Wahl, verkehrspolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, unterstreicht die Intention des VCD-Vorschlags:

Die häufig gemeinsame Führung von Radfahrenden und Fußgänger*innen sehen wir schon lange als problematisch an, in Zeiten von Corona erhält sie aber noch einmal eine neue Brisanz. Wir unterstützen den Vorschlag des VCD, gemeinsam nach provisorischen Lösungen zu suchen und stehen als Grüne für eine Antragserarbeitung zum nächsten Stadtrat zur Verfügung.“

Die Deutsche Umwelthilfe hat seit dem 3. April in 203 Städten (auch in Erfurt) formale Anträge gestellt, Verkehrsflächen während der Corona-Krise provisorisch in sichere Fahrrad-Straßen umzuwandeln. Darüber hinaus sollte zur Vermeidung von schweren Unfällen die Geschwindigkeit in der Stadt auf 30km/h reduziert werden, so die Deutsche Umwelthilfe.

Dazu erklärt Laura Wahl: „Fahrradstraßen könnten aus unserer Sicht eine gute Möglichkeit sein, um möglichst kurzfristig die Situation von Radfahrenden zu verbessern. Es ist hierfür keine komplette Neubebauung des Straßenraums nötig, temporäre Beschilderungen und Markierungen reichen aus. Vor diesem Hintergrund, und vor dem Hintergrund des zunehmenden Radverkehrs während der Corona-Beschränkungen plädieren wir für flexible und bedarfs-gerechte Umwidmungen des Straßenraums. Beispielsweise fänden wir es gut, die Michaelisstraße übergangsweise zur Fahrradstraße umzuwidmen. Anwohner*innen können weiterhin die Flächen zum Parken nutzen, aber auf der Straße erhalten Radfahrer*innen den Vorrang.

Aus heutiger Sicht ist nicht zu erwarten, dass es kurzfristig zu einer Lösung der Corona-Pandemie kommen wird und die Beschränkungen über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben werden. Da die Ansteckungsgefahr zudem dazu führt, dass deutlich weniger Menschen den ÖPNV nutzen und stattdessen bei schönem Wetter aufs Fahrrad umsteigen, könnten zusätzliche Fahrradstraßen und provisorische Lösungen für mehr Fuß- und Radverkehr die Akzeptanz dieser Mobilitätsformen nachhaltig auch über Corona hinaus steigern.“, schließt Laura Wahl.

V.i.S.d.P.:  Tely Büchner (0361 655 2030)

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