Jasper Robeck: Ständige Arbeitsgruppe soll Kapazitäten schaffen, statt erneuter Drohszenarien
In einem Pressebericht der TA Erfurt erneuert der Sozialamtsleiter der Landeshauptstadt die Möglichkeit, Zeltstädte für Geflüchtete zur errichten, sollte das Land der Stadt Erfurt weitere Geflüchtete zur Unterbringung zuweisen. Entsprechend der landesweiten Zahlen zur Unterbringung nimmt Erfurt als Landeshauptstadt erheblich weniger Menschen auf.
Dazu erklärt Jasper Robeck, Sprecher für Migrationspolitik der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
„Bereits in der Vergangenheit ist die Erfurter Stadtverwaltung eher mit Desinteresse an (menschenwürdiger) Unterbringung von Geflüchteten, unverhältnismäßig langen Wartezeiten in der Ausländerbehörde oder bis zu fünfjährigen Einbürgerungsverfahren aufgefallen als mit hilfreichen Vorschlägen in der Migrationspolitik.
Die Unterbringung in Zeltlagern ist keine ernstzunehmende und menschenwürdige Alternative. Insbesondere bei Kälte schließen sich Zeltlager aus. Auch führen diese nicht dazu, Perspektiven für die Menschen in Erfurt zu schaffen, sondern eher zur Frustration. Die Herausforderungen sind seit Jahren bekannt. Es braucht endlich verstärkte Anstrengungen der Stadtverwaltung, hier Lösungen zu finden.“
„Ich erwarte von der Stadtverwaltung, insbesondere von einem neuen Oberbürgermeister, die Politik der Drohszenarien gegenüber dem Land zu beenden und stattdessen wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Die Äußerung des Sozialamtsleiters suggeriert, dass es keinen ernsthaften Versuch gegeben hat, weitere Kapazitäten nach der Absage der Erfurter Wohnungsunternehmen zu schaffen. Ich erwarte von einem Oberbürgermeister, der ‚Wechsel wählen‘ plakatierte, eine klare Absage zu erteilen an eine menschenunwürdige Unterbringung, wie es eine Zeltstadt auf Dauer ist.
Außerdem muss eine ständige Arbeitsgruppe zur Erweiterung der Kapazitäten der Unterbringung eingerichtet werden. Insbesondere als Landeshauptstadt und als selbsterklärter ‚Sicherer Hafen‘ steht Erfurt in der Pflicht, hier einen eigenen Beitrag zu leisten“, schließt Robeck.
V.i.S.d.P.: Martin Kosny (0361 655 2030)
Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Grüne Erfurt zur gestoppten Verteilung Geflüchteter ohne sichere Bleibeperspektive
Robeck: „Migrationsministerin schafft Perspektivlosigkeit – trotz Aufnahmewille der Kommunen“ Heute gab die Thüringer Migrationsministerin bekannt, dass sie angewiesen hat, Geflüchtete aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten nicht mehr auf die Kommunen zu…
Weiterlesen »
Offener Brief: Wir stehen hinter unseren Erfurter Gemeinschaftsschulen!
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir, die Vorsitzenden der Kreiselternvertretung Erfurt, des Erfurter Schülerparlaments und desJugendhilfeausschusses Erfurt sowie des Ausschusses für Bildung und Schulsport wenden uns mitgroßer Sorge an Sie bezüglich…
Weiterlesen »
Foto: Tely Büchner | © gruene-erfurt.de
Ergebnisse des Theatertransformationsprozesses nicht ignorieren!
Maicher: „Infragestellung missachtet die umfangreiche Vorarbeit und die Beteiligung zahlreicher Akteure.“ Laut Berichterstattung des mdr möchte Dezernent Steffen Linnert maßgebliche Ergebnisse des Theatertransformationsprozesses wieder zurückdrehen. Er stellt auch die neue…
Weiterlesen »