Robeck: Psychisch belastete Schüler*innen weiterhin unterstützen
Aufgrund einer Reduzierung der Förderung des BAMF und zurückgehender Landesförderung stehen ab dem kommenden Jahr deutlich weniger Fördermittel für den Refugio Thüringen e.V. zur Verfügung. Akut betroffen ist auch das Schulprojekt der Erfurter Thomas-Mann-Schule. Hier werden mit zwei Stellen Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte beraten. 60% der Schüler*innen dieser Schule haben einen Migrationshintergrund oder eine Fluchtgeschichte. Dank des Refugio-Projekts konnten an dieser Schule bisher 185 Schüler*innen betreut und beraten werden, darunter sind u.a. auch 18 unbegleitete minderjährige Geflüchtete.
Im gestrigen Bildungsausschuss wurde auf Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN diskutiert, das Projekt in städtischer Finanzierung fortzuführen. Der Antrag fand im Ausschuss mehrheitlich Unterstützung und geht nun an den Stadtrat zur Beschlussfassung. Der Antrag und die Projektbeschreibung der Schule finden sich hier: https://buergerinfo.erfurt.de/vo0050.asp?__kvonr=63091.
Zudem werden Mittel im Doppelhaushalt beantragt.
Dazu erklärt Jasper Robeck, Sprecher für Migration von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Erfurt:
„Die Kürzungen bei Refugio verschärfen die psychologische und psychosoziale Versorgungslage von Geflüchteten in Thüringen massiv. Die Betroffenen können im Regelsystem aufgrund von Sprachbarrieren und fluchtspezifischen Erfahrungen nicht niedrigschwellig Hilfe erhalten. Gibt es das Projekt nicht mehr, erhöht sich der Druck auf das Regelsystem. Dass auch das Schulprojekt an der Thomas Mann Schule davon betroffen ist, ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Von dem Projekt profitieren nicht nur die Kinder, sondern auch der Schulverbund. Der Schulerfolg der Schüler*innen darf nicht dadurch gefährdet werden, dass eine niedrigschwellige Unterstützungsmöglichkeit wegfällt.“
„Dass dieses Projekt jetzt vor dem Aus steht, erschüttert die Schulgemeinschaft und die migrantischen Communitys in Erfurt, die auf dieses niedrigschwellige Angebot setzen. Aus der Schulgemeinschaft wird dieser Wegfall nicht zu kompensieren zu sein. Wir hoffen, dass der Stadtrat bereit ist, sich hier zu engagieren und das Projekt notfalls in einem geringeren Umfang fortzuführen“, so David Maicher abschließend.
V.i.S.d.P.: Astrid Rothe-Beinlich (0361 655 2030)


















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