Für Verwunderung und Befremden sorgt derzeit eine dringliche Anfrage von Prof Dr. Dr. Pistner aus der CDU-Fraktion unter der reißerischen Überschrift: „Sexuelle Übergriffe und religiös motivierte Gewalt in Flüchtlingsunterkünften“ für die Stadtratssitzung am Mittwoch. In der Anfrage wird zudem suggeriert, in der Sozialausschusssitzung letzte Woche sei dieser Tagesordnungspunkt mittels politischem Druck vertagt und in die Nichtöffentlichkeit gezwungen worden. Dies ist eine Unterstellung, welche mittlerweile sogar mehrfach durch die CDU in sozialen Medien verbreitet wurde.
Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gleichstellung und grüne Stadträtin:
„Das Vorgehen von Prof. Dr. Dr. Pistner ist nicht nur befremdlich, sondern zugleich höchst fragwürdig. Der Tagesordnungspunkt war in der Sitzung des Ausschusses nur deshalb mit den Stimmen aller anderen Ausschussmitglieder vertagt worden, weil es der Erfurter Polizei, die wir dazu gern hören wollen, nicht möglich war, an dem Termin teilzunehmen. Der Erfurter Polizeichef, Jürgen Loyen, hatte sofort zugesagt, zu diesem Tagesordnungspunkt in den Ausschuss zu kommen.
Allerdings fanden am 24.2.16 zeitgleich mit dem SAG mehrere Demonstrationen statt, so dass die Absicherung dieser Vorrang hatte. Um den Tagesordnungspunkt fundiert beraten zu können, wurde dieser unmittelbar auf den 9. März 2016 vertagt – Herr Loyen hat sein Kommen bereits zugesagt. Ebenfalls eingeladen haben wir dazu den Träger der in Rede stehenden Unterkunft und Jose Paca vom Ausländerbeirat. So wie Herr Prof. Dr. Dr. Pistner nun agiert scheint es ihm allerdings weniger um eine sachliche Aufklärung und Prüfung der angeblichen Vorfälle zu gehen als um öffentliche Stimmungsmache. Dies ist weder dem Thema noch der Arbeit in den Fachausschüssen angemessen. Als Vorsitzende des Ausschusses verwahre ich mich zudem gegen Unterstellungen, was die Integrität der Arbeit der Verwaltung und der Stadträte anbelangt. Die Schutzbedürftigkeit von Frauen und Minderheitenangehörigen in den Unterkünften für Geflüchtete hat für uns alle selbstverständlich oberste Priorität und genau deshalb ist es wichtig, dass sowohl der Erfurter Polizeichef als auch der Vorsitzende des Ausländerbeirates dazu im Ausschuss gehört werden.“, so Astrid Rothe-Beinlich abschließend.
V.i.S.d.P. Astrid Rothe-Beinlich






















Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Foto: privat
Grüne Fraktion unterstützt NEIN der Erfurter Zivilgesellschaft zur Bezahlkarte
Jasper Robeck: Stell Dir vor, Du kannst weder auf dem Markt noch beim Bäcker oder in der Schule etwas bar bezahlen… Das Bündnis „Nein zur Bezahlkarte“ übergab heute vor dem…
Weiterlesen »
Foto: privat
Kita-Moratorium sichert Wahlfreiheit: Fachkräfte und Kinder brauchen Verlässlichkeit
Dorothea Greim und David Maicher appellieren an Verantwortung aller Stadträte Am Mittwoch (18.03.2026) stehen im Erfurter Stadtrat Anträge zur Mittelfristigen Bedarfsplanung Kindertageseinrichtungen/Kinderpflege für den Zeitraum 2026 bis 2030 zur Abstimmung….
Weiterlesen »
© SafeNow
Grüne begrüßen Vertrag mit SafeNow
Robeck: Sicherheit auf Volksfesten und in Parks von großer Bedeutung Die Stadt Erfurt hat bekannt gegeben, dass sie als erste Kommune einen Zweijahresvertrag mit SafeNow geschlossen hat. Möglich wurde das…
Weiterlesen »