Gestern wurde bekannt, dass die Polizei seit längerem in Erfurt drei Orte als sogenannte „gefährliche Orte“ eingestuft hat. Die Einstufung wird oft missverstanden, da diese Einstufung vor allem als rechtliche Voraussetzung für bestimmte Maßnahmen dient. Innerhalb der „gefährlichen Orte“ kann die Polizei anlasslos kontrollieren. Schlagzeilen wie „Angst am Anger“ tragen leider zur Verunsicherung bei und verhindern eine sachdienliche Debatte. Tatsächlich hat der Kontrolldruck der Polizei im Verlauf des Jahres 2019 bspw. am Anger sogar abgenommen. Welche Bedeutung die „Gefährlichen Orte“ für die Sicherheit in Erfurt haben bleibt strittig.
Dazu erklärt Dirk Adams, Mitglied des Ausschusses für Ordnung, Sicherheit, Ortschaften und Ehrenamt: „Dass der Erfurter Anger immer noch als Gefahrengebiet gilt irritiert nicht nur uns, sondern auch viele Bürger*innen. Die Bezeichnung als Gefahrengebiet suggeriert Unsicherheit, welche faktisch nicht existiert. Durch die hohe Frequentierung gibt es zwar in absoluten Zahlen viele, aber in relativen Zahlen sehr wenige, „Delikte“. Gerade der Erfurter Anger ist sehr sicher, aufgrund einer hohen Aufenthaltsqualität und hohen sozialen Kontrolle. Wir dürfen nicht riskieren, dass durch diese verunsichernde Einstufung, Menschen den Anger meiden und die soziale Kontrolle sinkt!“
„Bei anlasslosen Kontrollen ist die Gefahr von racial profiling und Vertreibung von Minderheiten besonders groß! Deshalb werden wir die „Gefährlichen Orte“ kritisch begleiten und lehnen weitere repressive Mittel, wie Videoüberwachung, ab. Denn mit Videoüberwachung werden tatsächliche Probleme nur verdrängt. Wir können nicht wollen, dass die Probleme an anderen Stellen auftreten, wo die Einflussmöglichkeiten viel geringer sind. Stattdessen wollen wir die Sicherheit in Erfurt mit präventiven Maßnahmen stärken. Dazu gehören u.a. der Ausbau von Suchtberatungen und die Einstellung von mehr Streetworker*innen. Auch wollen wir mehr stadtplanerische Mittel ins Auge fassen, um z.B. die Aufenthaltsqualität und ein gutes soziales Miteinander zu fördern, eine gute Beleuchtung und weite Sichtachsen ermöglichen“, ergänzt Jasper Robeck, Sprecher für Stadtentwicklung abschließend.
V.i.S.d.P.: Martin Kosny (0361 655 2030)






















Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Copyright: Marcel Krummrich
Grüne zum Dammbruch im Stadtrat
Robeck: SPD-Bau-Dezernent eine Woche nach Wahl vereinsamt Angesichts der Nachricht, dass Philippe Wolff an der Wahl als Bau-Dezernent festhält, erklärt Jasper Robeck, Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Erfurt: „Die Entscheidung von…
Weiterlesen »
Grüne Fraktion bedauert Rückzug der Bewerbung von Claudia Michelfeit
Jasper Robeck: Respekt und Dank an Frau Michelfeit – Stadt Erfurt verliert dringend notwendige Sozialdezernentin Zum Rückzug der Bewerbung von Claudia Michelfeit erklärt Jasper Robeck, Fraktionsvorsitzender der Fraktion BÜNDNDIS 90/DIE…
Weiterlesen »
GRÜNE widersprechen Darstellung von Janine Merz – SPD
Kolipost und Robeck: Teile der SPD haben Dezernentenwahl hintertrieben Angesicht der Wahl des SPD-Bau-Kandidaten Philippe Wolff im gestrigen Stadtrat mit den Stimmen der AfD, sowie der Zurückweisung jeder Verantwortung durch…
Weiterlesen »