Robeck: Erfurter Clubs müssen sichere Orte sein
Mehrere Videos auf der Plattform Instagram befeuern die Debatte um Sicherheit im Erfurter Nachtleben. Aktuell geht es um einen geschilderten Vorfall in einem Erfurter Club, bei dem einer jungen Frau K.O.-Tropfen verabreicht worden und Sicherheitsmitarbeiter unsensibel vorgegangen sein sollen. Übergriffe und K.O.-Tropfen sind ein grundsätzlich bekanntes Problem, für das sich in den letzten Jahren glücklicherweise mehr Awareness entwickelt hat.
Der Stadtrat hatte die Stadtverwaltung bereits im Jahr 2023 beauftragt, eine ganzheitliche Konzeption für die Erfurter Nachtkultur zu erarbeiten, besonders auch zur Frage von Sicherheit im Nachtleben. Diese wurde nach drei – vier erfolgreichen und gut besuchten Workshops von Anwohner*innen, Kulturschaffenden, Ansprechstellen, Polizei und Ämtern jedoch nie fertigstellt.
Dazu erklärt Jasper Robeck, Sprecher für Clubkultur von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Erfurt:
„Dass es sexualisierte Übergriffe und K.O.-Tropfen in der Erfurter Nachtkultur gibt, ist bittere Realität, nicht erst seit dem Video, welches Anfang des Jahres einen mutmaßlichen Vorfall in einem Erfurter Club bekannt gemacht hat. Jede Person in Erfurt sollte feiern gehen können, ohne sich vor Übergriffen Sorgen machen zu müssen. Es ist offenkundig, dass es bis dahin noch ein weiterer Weg ist.
Die große Resonanz auf die Videos dazu zeigt, dass viele FLINTA* solche Erfahrungen gemacht haben oder Personen kennen, die ähnliches erleben mussten. Unabhängig von dem konkreten Vorfall zeigt sich, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit und Verantwortungsübernahme seitens aller Akteure in der Nachtkultur erfordert. Deshalb ist es Aufgabe der Clubs, ihre Mitarbeiter*innen und Sicherheitskräfte konsequent zu schulen sowie wirksame Sicherheitskonzepte vorzuhalten. Es bleibt jedoch auch staatliche Aufgabe, dem strukturellen Problem gerecht zu werden. Allen muss klar sein, wer in solchen Fällen ansprechbar ist, wie groß das Dunkelfeld dieser Übergriffe ist und welche anderen Sicherheitsfragen in der Nachtkultur relevant sind.
Der Eindruck, dass solche Vorfälle tabuisiert werden könnten oder in einem scheinbaren Behördendschungel enden, wenn man diese Vorgänge als Betroffene aufarbeiten möchte, darf nicht entstehen. Wenn sich bewahrheitet, dass sich der Umgang des beschriebenen Clubs so zugetragen hat, hätte das einen massiven Vertrauensverlust für die Nachtkultur zufolge.
Daher sollte die Stadtverwaltung endlich die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stellen, damit die ganzheitliche Nachtkultur-Konzeption zeitnah fertig gestellt und ein Runder Tisch mit allen relevanten Akteuren der Nachtkultur, der Erfurter Nachteulen und der Polizei einberufen wird.“
*Frauen, Lesben, inter, trans und agender Personen
V.i.S.d.P.: Astrid Rothe-Beinlich (0361 655 2030)

























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